Mit dem Lehrplan 21, den die städtische Volksschule seit diesem Schuljahr schrittweise einführt, erfährt auch die kantonale Wochenstundentafel Anpassungen. Dadurch steht den Schülerinnen und Schüler weniger Zeit für Angebote wie Instrumental- und Religionsuntericht oder freiwillige Sportlektionen zur Verfügung. Gleichzeitig ist der Tagesrhythmus unserer Gesellschaft mehr und mehr auf kurze Mittagszeiten ausgerichtet. Die SP/JUSO-Fraktion will deshalb den Stadtrat beauftragen, einen Planungsbericht vorzulegen, der Zeitmodelle von Tagesschulen vergleicht und der mit Fokus auf eine verkürzte Mittagspause ein Pilotprojekt an der städtischen Volksschule vorschlägt.

Mit dem Lehrplan 21, den die städtische Volksschule seit diesem Schuljahr schrittweise einführt, erfährt auch die kantonale Wochenstundentafel Anpassungen. Die Anzahl der Lektionen steigt. In der ersten und zweiten Klasse von 24 auf 25 Lektionen pro Woche, in der dritten und vierten Klasse von 26 auf 28 und in der fünften und sechsten Klasse von 28 auf 30. Auch in der ersten und zweiten Sekundarschule wird eine zusätzliche Lektion anfallen (von 33 auf 34 Lektionen). Diese Entwicklung spüren insbesondere die zusätzlichen Schulangebote; sei es der Instrumentalunterricht, der Religionsunterricht oder der freiwillige Schulsport.

Die Mehrlektionen schränken die zeitliche Verfügbarkeit der Schülerinnen und Schüler für die jeweiligen Angebote ein. Zugleich ist der heutige Tagesrhythmus der Gesellschaft mehr und mehr auf kurze Mittagszeiten ausgerichtet. In vielen Familien sind Vater und Mutter erwerbstätig, die gemeinsame Mahlzeit findet nicht am Mittag, sondern am Abend statt. Durch eine Verkürzung der Mittagspause auf 45 bis 60 Minuten könnte die Schule die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und in gleichem Masse der Musikschule, dem Religionsunterricht oder dem freiwilligen Schulsport mehr zeitliche Flexibilität verschaffen.

Tagesschulen mit kurzer Mittagspause sind in anderen europäischen Ländern, im Kanton Tessin und in einzelnen Gemeinden in der Romandie und der Deutschschweiz üblich und bewähren sich. Ihre Zeitstruktur entlastet berufstätige Eltern und führt zu einem übersichtlicheren Alltag. Die Stadt Luzern hat 2005 bis 2008 im Schulhaus Grenzhof ein Tagesschulprojekt durchgeführt und auf diesen Erfahrungen basierend das Modell der additiven Tagesschule etabliert. Für dieses Modell baut die Stadt Luzern die Betreuungskapazitäten bis 2019 aus. Eine verkürzte Mittagspause dürfte die Nachfrage nach Mittagsbetreuung steigern. Hier könnten Modelle einer zeitlich gestaffelten Nutzung die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels und aufgrund der neuen Wochenstundentafel des Kantons Luzern ist es angezeigt, die Unterrichtszeiten der additiven Tagesschule an diesen veränderten Bedürfnissen zu messen.

Unter Einbezug der Musikschule und weiterer freizeitorientierter Angebote soll eine Analyse verschiedenener Modelle von Unterrichtszeiten erfolgen. Die am Morgen geltenden Blockzeiten haben sich als Erfolgsfaktor bewährt und können dabei als Grundlage dienen. Wir beauftragen den Stadtrat, einen Planungsbericht vorzulegen, der Zeitmodelle von Tagesschulen vergleicht und der mit Fokus auf eine verkürzte Mittagspause ein Pilotprojekt an der städtischen Volksschule vorschlägt.

28. Nov 2017